Die marxistische Erkenntnistheorie: Wie erwerben wir Wissen?

Um bei der Session teilzunehmen log dich hier ein

Wie erwerben wir Wissen? Diese zentrale Frage in der Philosophie hat DenkerInnen seit Jahrtausenden beschäftigt. Auf der einen Seite stehen die Idealisten. Sie argumentieren, dass die Wahrheit a priori in der materiellen Welt existiert und sich in unserem Geist widerspiegelt - was letztlich bedeutet, dass das Wissen außerhalb der Natur, von einem höheren Wesen stammt.

Dann gibt es die bürgerlichen Materialisten, deren zentrale Erkenntnistheorie (Empirismus) besagt, dass wir nur den Inhalt unserer Sinne kennen können, was es unmöglich macht, mit Gewissheit über Verallgemeinerung, Kausalität - oder sogar die Existenz einer materiellen Realität außerhalb unserer eigenen, direkten Erfahrung zu sprechen.

MarxistInnen argumentieren, dass das Wissen aus der Welt kommt, und dass wir durch die Verallgemeinerung unserer Erfahrung des Besonderen (z. B. uns zu verbrennen) Abstraktionen bilden können, die uns das Allgemeine begreifen lassen (z. B. Feuer ist heiß). Praxis und konkrete Erfahrung sind also die Grundlage des Wissens. Die Weitergabe unserer Erfahrungen ermöglicht es uns, die menschliche Gesellschaft, die Produktion, die Wissenschaft und die Technik auf immer höheren Ebenen der Komplexität zu entwickeln und so unser Wissen über die Welt zu vertiefen.